DEFA - FILMKLASSIKERTAGE

26.09.2022 - 24.10.2022

Lütt Matten und weiße Muschel (1964)

Der junge Lütt Matten hat sich auf den Morgen gefreut, an dem sein Vater ihm eigentlich Sachen für eine eigene Reuse geben wollte. Der Vater jedoch begibt sich wie immer mit seinen Männern zum Fischen aufs Meer hinaus. Lütt Matten, der nicht locker lässt, darf sich schließlich selbst die Teile für die Reuse zusammensuchen. Er baut sie, da er keine Hilfe hat und auch sein Freund Kaule ihn wegen Aussichtslosigkeit des Unterfangens im Stich lässt, nach Gutdünken. Nur das Mädchen Mariken hilft ihm beim Spannen der Fischnetze. Ein Fang bleibt jedoch aus. Bald wird Lütt Matten für sein fehlendes Anglerglück von den Dorfkindern ausgelacht. Sein Vater wiederum findet nicht einmal Zeit, sich die Reuse anzusehen.

Lütt Matten erfährt von Mariken von der sagenumwobenen weißen Muschel. Die soll einst im Meer versenkt worden sein und den Fischern seither die Fische herbeisingen. Zusammen mit Mariken will Lütt Matten die weiße Muschel finden und so endlich Fische fangen. Trotz intensiver Suche finden die beiden Kinder jedoch die Muschel nicht. In der Truhe des „Großvaddings“ liegt jedoch eine große weiße Muschel. Lütt Matten nimmt sie an sich und versenkt sie mit Wünschen um Anglerglück neben seiner Reuse. Tatsächlich hat sich am nächsten Tag eine Plötze in der Reuse verfangen. Die Kinder des Dorfes staunen, Lütt Mattens Vater jedoch erklärt seinem Sohn, dass die Plötze nur in die Reuse gesetzt worden sein kann, da die Reuse selbst unmöglich Fische fangen kann. Am Ende gibt Mariken zu, die Plötze in die Reuse gesetzt zu haben, um Lütt Matten aufzumuntern.

Lütt Matten glaubt, einfach nicht die richtige weiße Muschel gefunden zu haben. In der Nacht fährt er allein auf den Boddem hinaus, um die richtige Muschel zu finden. Er verirrt sich in der Nacht; am Ende verfängt sich sein Boot in den Reusen der Fischer auf dem Meer. Dort findet ihn schließlich sein Vater, der sich, alarmiert von Mariken, mit anderen Fischern auf die Suche nach Lütt Matten gemacht hatte. Am nächsten Morgen reißt Lütt Matten enttäuscht seine Reuse nieder. Sein Vater, der sich nun endlich die Zeit genommen hat, die Reuse anzusehen, macht seinem Sohn den Vorschlag, eine richtige Reuse auf See zu bauen. Lütt Matten zeigt sich skeptisch, habe sein Vater doch schon viel versprochen, jedoch nie gehalten. Der Vater erkennt, dass er seinen Sohn oft enttäuscht hat. Sofort geht er ans Werk und sucht die Teile für eine neue Reuse zusammen. Mit den Kindern fährt er auf See und baut die Reuse, die am nächsten Tag bereits zahlreiche Aale gefangen hat.

 

Die Söhne der großen Bärin (1963)

Im Jahre 1874 wird der Indianer Mattotaupa in einer Blockhütte von dem weißen Verbrecher Red Fox ermordet, da er das Versteck des Goldes der Indianer nicht verraten will. Dieser Mord wird von seinem Sohn Tokei-ihto mit angesehen. Als Kriegshäuptling der Bärenbande vom Stamme der Oglala versetzt Tokei-ihto die Weißen durch Überfälle in ständige Unruhen und sprengt das Fort, das an dem Platz steht, an welchem sein Vater getötet wurde, in die Luft. Zwei Jahre nach dem Mord wird Tokei-ihto zu einer Friedenskonferenz in das wieder aufgebaute Fort eingeladen. Durch Verrat wird er verhaftet und über Monate in einem Keller gefangengehalten.

 

Nach seiner Freilassung beschließt Tokei-ihto, die Reservation mit der Bärenbande zu verlassen und nach Kanada zu ziehen. Der Weg dorthin ist aber sehr beschwerlich. Es muss nicht nur der Missouri überquert, sondern auch feindlichen Indianern getrotzt werden. Doch die schlimmste Gefahr folgt der Bärenbande, der Mörder Mattotaupas, der es auf Tokei-ihto abgesehen hat.

Nach einer beschwerlichen Wanderung kommt die Bärenbande wohlbehalten über den Missouri, während sich Tokei-ihto einem letzten Zweikampf mit Red Fox stellt und ihn am Ende besiegen kann.

Die Legende von Paul und Paula (1973)

Paul und Paula besuchen eines Tages denselben Kirmes in Berlin. Paula, die alleinerziehende Mutter einer Tochter, verguckt sich in den draufgängerischen Karrussellbetreiber Colli und verbringt die Nacht mit ihm. Der Student Paul trifft auf Ines, die schöne Tochter eines Schießbudenbesitzers, und kommt mit ihr zusammen. Die Monate und schließlich Jahre ziehen dahin. Paula bekommt mit Colli ein Kind, wirft ihn aber aus ihrer Wohnung, als er sich mit einer anderen Frau vergnügt. Während Paula mühsam als Kassiererin über die Runden kommt, hat Paul nach dem Ende seines Studiums eine aussichtsreiche Arbeitsstelle erhalten. Er hat Ines geheiratet und mit ihr ein Kind, doch die Ehe verläuft unglücklich, da beide überhaupt nicht auf einer Wellenlänge liegen und sie ihm untreu geworden ist.

Paul und Paula leben in demselben Viertel, kennen sich aber bisher allenfalls vom Sehen. Um ihren Kindern finanzielle Sicherheit zu bieten, überlegt Paula, den ältlichen Reifenhändler „Reifen-Saft“ zu heiraten, der ihr schon länger den Hof macht. Vorher will sie sich aber noch einmal vergnügen. In einer Kellerbar trifft sie auf Paul, der sich aus Frustration über seine Ehe ins Nachtleben gestürzt hat, und es entwickelt sich eine Leidenschaft. Während Paula sich fortan im siebten Himmel wähnt, bleibt Paul stets etwas distanziert, will den Schein seiner Ehe wahren und so seine Karriere schützen. Er kann die schönen Momente zwar genießen, aber die Affäre und ihre möglichen Folgen beunruhigen ihn.

Erst als Paula ihren Sohn durch einen Unfall verliert und sich daraufhin aufgrund von Schuldkomplexen von Paul distanziert, spürt er die Tiefe seiner Liebe zu ihr und kämpft um sie. Diese trifft sich wieder mit Reifen-Saft, doch Paul bleibt hartnäckig. Da er seine Arbeitsstelle vernachlässigt, wird er entlassen. Daraufhin versucht er seine Ehe mit Ines nochmal zu retten, erkennt aber schnell die Zwecklosigkeit dieses Schrittes. Mit einer Axt haut er Paulas Tür ein und bringt sie dazu, sich ihm endlich wieder anzunähern. Die beiden werden zum Paar. Kurz darauf wird Paula erneut schwanger. Ihr Arzt ist davon überzeugt, dass Paula aus gesundheitlichen Gründen die Geburt eines dritten Kindes nicht überleben wird. Paula entscheidet sich für das Kind und stirbt bei der Geburt. Fortan kümmert sich Paul um seine und ihre Kinder.

Solo Sunny (1980)

Sunny ist eine Schlagersängerin vom Berliner Prenzlauer Berg, die mit einer Band durch Dörfer und Kleinstädte tingelt. Sie sehnt sich nach Glück und Anerkennung als Persönlichkeit. Der Taxifahrer Harry himmelt sie an, doch seine Lebensmaxime, die „schnelle Mark“, ist nicht die ihre. In den Philosophen Ralph verliebt sie sich, wird aber von ihm betrogen. Während der Tourneen muss sie sich ständig den Nachstellungen des Musikers Norbert erwehren. Nach einer handgreiflichen Auseinandersetzung mit ihm und einem Streit mit dem widerlich-dummen Conférencier Benno Bohne, der sie auf der Bühne beleidigt, fliegt sie aus der Band. Deprimiert durch den Rausschmiss und enttäuscht von Ralph betrinkt sie sich, nimmt Schlaftabletten und landet im Krankenhaus. Ihre Freundin Christine kümmert sich liebevoll um sie. Sie schöpft langsam neuen Lebensmut, und eines Tages bewirbt sie sich wieder – bei einer ganz jungen Band, die in einem Hinterhaus am Prenzlauer Berg probt.

(Quelle: Das zweite Leben der Filmstadt Babelsberg. DEFA-Spielfilme 1946-1992)

Heißer Sommer (1968)

Beim Trampen nach Norden kreuzen sich immer wieder die Wege von elf Oberschülerinnen aus Leipzig und zehn Oberschülern aus Karl- Marx Stadt. Schließlich landen alle in einem kleinen Dorf an der Ostsee. Gegenseitig spielen sich die Gruppen immer wieder Streiche, und auch die ersten Liebeleien lassen nicht lange auf sich warten.

 

 

 

Konzertlesung - 50 Jahre Heißer Sommer

mit Christine Dähn & Thomas Natschinski

Songs aus dem Film sowie humorvolle und emotionale Storys über die Protagonisten, von den Dreharbeiten und über die Filmkomponisten Gerd und Thomas Natschinski

Der Kultfilm der DEFA „Heißer Sommer“ hat Jubiläum: 51 Jahre

Die Stars des Films waren Chris Doerk und Frank Schöbel. Die Musik zu dem Klassiker komponierten Gerd und Thomas Natschinski.

Eine absolute Vater und Sohn Novität brachten Gerd und Thomas Natschinski zustande. Selten kommt es in der musikalischen Welt vor, dass so etwas geschieht. Sie arbeiteten künstlerisch das erste und einzige Mal in dem Film “Heißer Sommer“ zusammen und der feiert sein 50. Jubiläum. Thomas war gerade 19 Jahre alt und Student der Hochschule für Musik “Hanns Eisler“ Berlin. Dass dieser Film in der Geschichte einmal Kult werden würde, ahnte keiner.